Dem Schimmel auf der Spur: So findest du die Ursachen von Schimmel in der Wohnung

Es gibt weitaus erfreulichere Anblicke als Schimmelflecken an der Wand oder in den feinen Fugen des Badezimmers. Solltest du Schimmel in deinen eigenen vier Wänden entdecken, heißt es: Schnell sein! Die Herausforderung besteht darin, die Ursache eindeutig auszumachen. Denn wie so häufig steckt auch hier der Teufel im Detail.

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Wie entsteht eigentlich Schimmel in der Wohnung?

Schimmel fühlt sich besonders in feuchtem Milieu wohl. Doch wodurch kann es zu  Feuchtigkeit in deiner Wohnung kommen? Undichte Regenrinne, nasse Fassade, defekte Wasserleitung, Wasseransammlung an Fliesen oder doch die heiß diskutierte hohe relative Luftfeuchtigkeit – die Gründe können vielfältig sein. Gerade das letzte Beispiel sorgt häufig für unterschiedliche Standpunkte zwischen Mieter und Vermieter.

Das Prinzip der relativen Luftfeuchtigkeit lässt sich gut am Beispiel einer kalten Dose Erfrischungsgetränk erklären. Du kennst das sicher: Du nimmst dir dein Lieblingsgetränk aus dem Kühlschrank – es ist schön kalt. Beim Einschenken fällt dir auf, dass sich Wassertropfen an der Dose bilden. Eben diese Wassertropfen kommen aus der Luft des Raumes, in dem du dich aufhältst. Diese Feuchtigkeit der Raumluft, auch relative Luftfeuchtigkeit genannt, schlägt sich an kalten Oberflächen nieder.

Und genau das passiert auch in deiner Wohnung. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Die Dose sind deine Wände, die Decke, die Fensterrahmen etc. Sind diese kalt und die relative Luftfeuchtigkeit hoch, bildet sich hier Feuchtigkeit – und damit der beste Nährboden für Schimmel. Wie gehst du also am besten vor, wenn du Schimmel in deiner Wohnung entdeckst? Wir zeigen dir, wie du in 6 Schritten der Ursache auf den Grund gehst.

1. Ist ein Wasserschaden auszuschließen?

Zuerst solltest du dich auf Ursachenforschung begeben. Kannst du einen Wasserschaden in deiner oder einer angrenzenden Wohnung ausschließen? Dann liegt es wahrscheinlich an einer Kombination aus hoher relativer Luftfeuchtigkeit und kalten Wänden. Einerseits kann ein baulicher Mangel vorliegen, in diesem Fall ist dein Vermieter für die Beseitigung des Schimmels verantwortlich. Andererseits kann die hohe relative Luftfeuchtigkeit aber auch an einem falschen Lüftungskonzept des Mieters liegen.

2. Falsch gelüftet?

Durch Kochen, Duschen und Atmen produzierst du in deiner Wohnung täglich eine ganze Menge Feuchtigkeit. Sorgst du nicht durch gelegentliches Lüften für einen Luftaustausch, kann sich Feuchtigkeit absetzen und in die Wände ziehen. Schimmel ist die Folge. Am besten sorgst du durch schnelles Stoßlüften mehrmals täglich für frische Luft. Vom dauerhaften Fenster auf Kipp solltest du lieber Abstand nehmen: Dies sorgt für ausgekühlte Wände, an denen sich Kondenswasser sammelt.

3. Lüften allein wird’s nicht sein

Doch mit Fenster aufreißen alleine ist es nicht getan. Gerade im Winter gilt es, dem Schimmel durch konstantes Heizen entgegenzuwirken. Kühlt deine Wohnung erst einmal komplett aus (unter 14 Grad), bekommst du die nasse Kälte nicht so schnell wieder heraus. Deshalb der Tipp: Sorge für eine angenehme Zimmertemperatur, indem du in Wohnräumen konstant auf 20 Grad heizt. Übrigens, für die Sparfüchse unter uns: Stetig moderat zu heizen verursacht weniger Energiekosten, als einen über Nacht ausgekühlten Raum jeden Tag wieder auf Wohlfühltemperatur zu bringen. 😉

 

4. Arbeite mit deinem Vermieter zusammen

Ist der Schimmel erst einmal entdeckt, solltest du deinen Vermieter unmittelbar und nachweislich informieren. Am besten nutzt du zur Kontaktaufnahme mehrere Kanäle, damit dein Anliegen nicht einfach im Mailpostfach untergeht. Das funktioniert etwa über einen Anruf, per Post-Einschreiben oder einer Mängelmeldung in der Mieter-App cunio. Dabei solltest du deinen Vermieter nicht direkt mit Vorwürfen konfrontieren: Das versperrt dir möglicherweise eine spätere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Schimmels. Versucht stattdessen gemeinsam, zunächst dem Grund auf die Schliche zu kommen. Dafür kannst du als Mieter eine Menge tun – auch ohne einen teuren Gutachter zu beauftragen.

5. Zahlen, Daten, Fakten

Der Punkt, der bei Schimmelbefall am häufigsten vernachlässigt wird, ist eine lückenlose Protokollierung. Damit du besser beurteilen kannst, woher der Schimmel kommt, solltest du täglich Fotos und Beschreibungen der betroffenen Stellen anfertigen. Wichtig zu klären: Wächst der Schimmelbefall an der Wand? Bleibt die Wand trotz optimalem Lüften und Heizen feucht? Dies wäre ein Indiz für einen baulichen Mangel. Untermauere deine Beobachtungen mit Zahlen: Ein Hygrometer kostet weniger als 20 Euro und liefert dir Daten zur Luftfeuchtigkeit in deiner Wohnung. Es gibt aus sogenannte Schimmelwächter. Diese können dir sogar Empfehlungen zum Lüften geben. Dicke Daumenregel: Eine relative Luftfeuchtigkeit von über 65 % begünstigt Schimmel. Notiere dir am besten mehrmals täglich die Werte: Vor dem Lüften, nach dem Lüften, im Bereich des Schimmelbefalls und in der Raummitte. Wem Stift und Papier dafür zu altmodisch sind und alle Daten gebündelt an einem Ort haben möchte, nutzt dafür die cunio-App. Ein Feuchtindikator (oder Feuchtmesser) ermöglicht es außerdem, die Feuchtigkeit einer Wand zu bestimmen. Die Daten helfen dir und deinem Vermieter dabei, zu beurteilen, ob der Feuchtigkeit durch ein stringentes Lüftungskonzept Einhalt geboten werden kann – oder ob ein Gutachter hinzugezogen werden muss.

6. Luft-Check auch ohne Messgerät

Eine erhöhte Luftfeuchtigkeit kannst du auch ohne Geräte feststellen. Für feuchte Wohnungen gibt es viele Indizien: Kommst du etwa nach einem Spaziergang im Winter nach Hause, kannst du darauf achten, ob deine Brillengläser beim Betreten der Wohnung stark beschlagen. Dies wäre ein Anzeichen für eine hohe Luftfeuchtigkeit. Aber auch Nicht-Brillenträger können Augen und Nasen offen halten: Kondenswasser an den Fensterscheiben und ein muffiger Geruch an Polstern und Möbeln weisen auf eine hohe relative Luftfeuchtigkeit hin. Hier besteht Handlungsbedarf.

Fazit

Mit unseren fünf Tipps kommst du dem Schimmel in deiner Wohnung schnell auf die Schliche. Abhängig davon, woher der Schimmel kommt, kannst du zusammen mit deinem Vermieter eine Strategie zu dessen Bekämpfung entwickeln. Ob du einen Gutachter hinzuziehst, hängt entscheidend davon ab, ob deine Beobachtungen auf einen Baumangel hinweisen oder nicht. Die Kosten des Gutachters trägt nämlich in der Regel derjenige, der den Auftrag erteilt. Erhärtet sich der Verdacht, dass der Schimmelbefall am Baumaterial liegt, muss dein Vermieter sich um die Behebung kümmern. Bevor also vorschnelle Entscheidungen getroffen werden, sollte in jedem Fall immer Fachpersonal zu Rate gezogen werden.

Schimmel? So einfach kontaktierst du deinen Vermieter mit cunio.

 

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